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Kultur vs. Natur vs. Carlsberg

Ein weiteres Wochenende ist an uns wie im Fluge vorbeigezogen – für einige zumindest: Denn Sascha, Jens und ich haben heute im Rahmen der Bank Holidays frei (ebenso morgen und am Mittwoch), alle anderen sitzen jetzt mehr oder weniger fleißig auf Arbeit. Dank dieser neugewonnenen Freizeit und dem Fakt, dass die anderen beiden immer bis Mittags schlafen, kann ich Euch nun mal ausführlich von unserem Wochenende berichten.

Das Wochenende war .. ja, was soll ich sagen … abwechslungsreich. Ich würde sagen, es stand unter dem Motto Kultur vs. Natur vs. Carlsberg.

Alles begann am Freitag Nachmittag. Nach der Arbeit trafen wir uns alle voller Vorfreude auf das Wochenende in unserem Schloss. (Ich weiß, am Anfang war es noch ein Haus und dann eine Villa, aber irgendwie müssen wir uns ja steigern^^)

Da wir wenig Lust hatten, uns darüber zu einigen, wo wir hingehen wollen, gingen wir mal wieder ins Laverys. Ein Pub mit Partystimmung, welches sich langsam aber sicher zu unserer Stammlokalität zu entwickeln scheint.

Dort angekommen, stieß ich auf das erste länderabhängige Problem in Nordirland: Während es in Deutschland meines Wissens normal ist, einen Pullover über ein Hemd zu tragen, gilt man in Belfast mit selbigem Outfit als schwul. So musste ich mir also an diesem Abend die eine oder andere „Anmache“ vom selben Geschlecht gefallen lassen, bis ich dahinter stieg und meinen Pullover auszog. Lieber frieren als ungewollt von Männern angetanzt zu werden. 😀 (Übrigens macht man die Situation nicht unbedingt besser, wenn man erzählt, man arbeite bei RAINBOW Telecom ^^)

Also fürs nächste Mal merken oder besser noch aufschreiben: Kein Pullover über Hemd. Schriftgröße: 42, Farbe: Rot, fett ….. noch fetter … geht nicht. Drei Ausrufezeichen … drucken … an den Kleiderschrank kleben … fertig.

So, nun konnte die Party also richtig losgehen. Aber nicht mit mir, dachte sich der Betreiber vom Laverys: Das Licht ging an, die Musik ging aus. Es war 1:30 Uhr. In diversen Belfaster Lokalen ist um diese Uhrzeit bedauerlicherweise bereits Schluss mit lustig. Wir gingen also raus und klauten den Leuten vor uns ihr Taxi, um uns dann gemütlich nach Hause chauffieren zu lassen.

Am Samstag planten wir, zur Abwechslung mal an der Kultur Belfasts teilzuhaben. Nicht immer nur lange schlafen, einkaufen und feiern. (Das haben wir trotzdem gemacht, aber pssst ^^)

Wir erinnerten uns an den Rat des Lehrers, der uns im Rahmen des Praktikums sprachlich vorbereitet hat und besuchten ein örtliches Stadion, um beim Gaelic Football zuzuschauen. Es spielte Antrim (da wohnen wir) gegen Carlow.

Gaelic Football ist eine Mischung aus .. ööhmmm ja .. wie erklärt man das am Besten? Vielleicht ist es besser, zu sagen was es nicht ist: Es ist kein Synchronschwimmen, kein Schach und kein Kunstfliegen. Ansonsten ist glaub ich alles dabei. Man spielt es mit Händen, Füßen und Fäusten^^

Beginnen wir mal bei den Toren. Die gibts, wie beim normalen Fußball. Zusätzlich kann man den Ball auch zwischen zwei vertikale Latten über das Tor schießen.

Zur Fortbewegung hat man den Ball entweder in der Hand oder dribbelt ihn mit den Füßen. Alle paar Schritte muss man mit ihm irgendetwas machen: Zum Beispiel passen. Das geschieht mit der Hand, was dann aussieht wie ein Aufschlag beim Volleyball, oder mit dem Fuß wie beim Fußball. Statt zu passen, kann man den Ball auch prellen, wie beim Basketball. Regel: Der Ball darf nicht zwei mal hintereinander geprellt werden. Ebenso kann man den Ball beim Rennen auf den Fuß fallen lassen und ihn dann wieder auffangen.

Zusätzlich ist der Einsatz körperlicher Gewalt erlaubt: Neben unzähligen Tackles sahen wir auch eine handfeste Schlägerei. Während dem gesamten Spiel musste der Sanitäter wahrscheinlich mehr rennen, als die Spieler selbst… amer Kerl.

Am Ende stand es dann 1:13 zu 2:09…. äääh ok, wer hat nun gewonnen? So richtig wussten wir das auch nicht. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal beim Internet bedanken, welches uns letztendlich aufgeklärt hat. Die vordere Zahl ist die Zahl der Tore (zählen dreifach) und die hintere Zahl steht für die Zahl der Treffer zwischen die Latten (zählen einfach). Antrim hat also gewonnen … klasse.

Für alle, die diese Spielart mal in Action erleben wollen, was sehr empfehlenswert ist, weil es wirklich Spaß macht, schauen am besten das Video:

Den Abend ließen wir dann im Rain Club „ausklingen“.

Am nächsten Morgen waren nur Kristian, Thomas, ich und die Spanier wach. Alle anderen erholten sich noch von der vorherigen Nacht 😉 .Die Spanier fragten uns, ob wir nicht mitkommen wollen, das Schloss Belfast anschauen und gemütlich draussen frühstücken.

Da war uns allerdings noch nicht klar, dass das gemütliche Essen auf dem Cavehill, einem fast 400 Meter hohen Berg stattfinden soll. Dauert nur 30 Minuten bis nach oben, hat man uns gesagt, und wir naiven Deutschen haben es auch noch geglaubt.

Denn da einige von uns die glorreiche Idee hatten, eine „Abkürzung“ zu nehmen, die uns über unbefestigte Wege, die teils so starke Steigungen hatten, dass man sie nur auf allen Vieren bewältigen kann, brauchten wir ganze 1 1/2 Stunden.

Vorbei an Klippen, Felsen, Steinen und Höhlen, wurden wir oben dann mit einer atemberaubenden Aussicht über das gesamte Belfast belohnt.

Erholt und hungrig machten wir uns nach etwa 1 1/2 Stunden fertig zum Abstieg. In Anbetracht der Tatsache, dass auf dem Berg ein Paar mit einem Neugeborenen saß,suchten wir nach einem einfacheren Weg, als den, den wir beim Aufstieg nutzten. Schnell gefunden, wurde der angenehm flache und befestigte Weg einigen schnell zu einfach und anspruchslos, sodass wir nach wenigen Minuten auf einem 20 Zentimeter breiten Trampelpfad per Luftlinie Richtung Heimat mitten durch den Belfaster Bergdschungel marschierten. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht.^^

Hier ein paar Fotos vom Ausflug:

So, nach einem bunten, spaßigen Wochenende und ca. 900 Wörtern möchte ich den Beitrag nun gern beenden, in der Hoffnung, dass irgendjemand bis zum Ende gelesen hat.^^

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal.

Ach bevor ich’s vergesse noch eine Kleinigkeit: Wer glaubt, die Siesta in Spanien sei ebenso stereotypisch wie die Humorfreiheit der Deutschen, der möge sich bitte folgendes Bild anschauen, welches ich ungefähr 10 Minuten nach unserer Ankunft auf der Berg“spitze“ geschossen habe. 😀

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