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8 Wochen Belfast – ein Rückblick

Nun sind wir also schon seit fast einer Woche wieder zurück in heimischen Gefilden und so langsam kehrt wieder der Normalbetrieb ein. Nach einer kurzen Kreativpause geht es nächste Woche schon wieder zur Arbeit und auch Zuhause habe ich mich schon längst wieder eingelebt.

Dabei stehen natürlich einige Fragen im Raum: Ist jetzt wirklich alles wieder wie vorher? Hat man dem Auslandspraktikum etwas abgewinnen können und wenn ja, was?

Zu allererst ist zu sagen, dass viele der Auslandsfahrer nicht nur das erste mal für längere Zeit im Ausland unterwegs waren, sondern auch zum ersten Mal wirklich auf eigenen Füßen standen. Arbeiten, kochen, putzen und zwischendurch möchte man natürlich auch noch ein wenig Spaß haben. Für mich persönlich war das jetzt nicht unbedingt etwas Neues, allerdings fand ich mich selbstredend auch in einer ganz neuen SItuation wieder.

Mit 9 anderen Leuten in einem Haus zu wohnen, ist schon eine Erfahrung für sich. Plötzlich gibt es viel mehr zu beachten als in meinem 2-Personen-Haushalt in Deutschland. Habe ich mein Geschirr nach dem Kochen abgewaschen, damit der Nächste nicht mit dreckigen Pfannen braten muss? Wann wasche ich am besten meine Wäsche, um noch etwas Platz auf den sonst überfüllten Wäscheständern zu ergattern? Wie bringe ich meinen gesamten Einkauf im Kühlschrank unter, ohne die anderen damit zu behindern? Wie teilt man sich die morgendliche Zeit im Bad, ohne zu spät zur Arbeit zu kommen?

Auch zum Thema Arbeit gibt es von meiner Seite aus einiges zu sagen. Neben dem Projekt, was ich in meiner Zeit in Belfast betreut habe, sind es vor allem die nebensächlichen Dinge, die einem in Erinnerung bleiben werden, wie zum Beispiel die vielen interessanten Gespräche über das Leben in Nordirland während der Mittagspause oder Fachsimpeleien über Musik, Filme und Bücher mit meinem Mentor Marcus. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mich bei Sport NI wirklich sehr geschätzt gefühlt habe und schon nach wenigen Wochen eher wie ein vollwertiger Kollege als wie ein Praktikant behandelt wurde. Mir wurde auch von mehreren Seiten angeboten, längerfristig für den Betrieb zu arbeiten, ich habe aber vorsorglich ausgeschlagen, um Konflikte mit meinem Ausbildungsbtrieb sowie mit meiner Familie und meinen Freunden zu vermeiden. =)

Der gesamte Aufenthalt hat auch einiges zu meinen Englischkenntnissen bei getragen. Es ist mir zwar vorher schon nicht schwer gefallen, mich im Englischen auszudrücken oder anderen zuzuhören, allerdings fühlt es sich nach 8 Wochen nicht mehr so unnatürlich an, in einer fremden Sprache zu reden. Um genau zu sein, finden sogar einige Gedanken auf englisch statt und man hört auf, sich jede gehörte Phrase zuerst im Kopf selbst übersetzen zu müssen, bevor man reagieren kann.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass Belfast eine Flut an neuen Dingen und Erfahrungen für mich war. Das hilft einem nicht nur dabei, sich mit anderen Lebensweisen und Ansichten auseinander zu setzen und vielleicht etwas Gutes davon für sich selbst mit zu nehmen oder zu sehen, wie es ist, auf sich selbst gestellt zu sein. Vor allem hat es mir geholfen, für einige Zeit aus dem deutschen Alltag heraus zu kommen und somit mal die Gelegenheit zu haben, sich selbst weiter zu entwickeln. Es ist natürlich nicht so, dass ich als komplett anderer Mensch wieder zurück komme, da ich denke, dass so etwas wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die 8 Wochen, die uns zur Verfügung standen. Allerdings war es genug Zeit, um ein paar Dinge anzustoßen, um einen Grundstein zu legen und sich überhaupt erst einmal der vielen Möglichkeiten bewusst zu werden, wie man sein Leben sonst noch leben kann.

Am Ende des Praktikums stehen somit viele neue Erfahrungen, viele neue Freundschaften, viele gute Erinnerungen, ein paar neue Perspektiven und last, but not least das gute Gefühl, trotz der tollen Zeit, endlich wieder Zuhause zu sein.

Danke Belfast!

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