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Zwei Monate Belfast – Mein Resümee

So, seit einer Woche bin ich nun wieder zu Hause und es ist an der Zeit, mal kurz zu reflektieren, wie ich nun im Nachhinein zu dem zweimonatigen Belfastaufenthalt stehe.

Fangen wir mal im persönlichen Bereich an: Wie Thomas ja schon geschrieben hat, war für viele von uns nicht nur das Leben im Ausland eine große Herausforderung, sondern auch schon generell das Dasein außerhalb der elterlichen Behausung. Ich geb’s zu, ich war auch so ein Kandidat. Ich denke, das hat im Großen und Ganzen ganz gut funktioniert. Mit unserem organisatorischen Denken und den guten Absprachen hätten wir vermutlich auch mit zwanzig Mitbewohnern problemlos überleben können. (Nur die Pfannen hätten wohl nicht gereicht.) Man muss eben nur manchmal kreativ sein, wenn es zum Beispiel darum geht, den überfüllten Wäscheständer zu vermeiden. An dieser Stelle vielen Dank an unseren „Multifunktionskleiderschrank“ der sich als super Ersatz entpuppt hat. 😀

Doch das eigentlich Besondere war ja nicht das Wohnen ohne Mutti, sondern das Leben im Ausland … Belfast, die vermutlich größte und am langweiligsten aussehende Backsteinhaussiedlung die Google Streetview zu bieten hat 😀 Glücklicherweise hatte diese für Berliner Verhältnisse kleine Hauptstadt dann doch viel mehr zu bieten als langweilige rote Häuser.

Ich habe mir von dem Praktikum vor allem erhofft, meine Englischkenntnisse zu erweitern und am sozialen Leben in Belfast teilhaben zu können. Mehr wollte ich gar nicht und Ja, was soll ich sagen .. „Mission complete“. Die Sprache hat sich doch sehr schnell verbessert. Wenn man am ersten Tag noch zögerlich zum PostOffice Schalter geschlichen ist, um mit seinen vorher im Kopf zurecht gelegten Wörtern irgendwie zu verdeutlichen, dass man gern sein Geld wechseln möchte, konnte man am Ende ohne drüber nachzudenken, wie man es auf deutsch sagen würde, lange Zeit über Gott und die Welt philosophieren.

Sprachlich hat sich das Praktikum demnach sehr gelohnt. Rein technisch beherrschte ich die englische Sprache vorher bereits recht gut, aber praktisch fehlte neben einigen Vokabeln, die man über die Jahre vergessen hat, vor allem die Praxis. Demnach nutzte ich das Praktikum, um meinen Wortschatz zu erweitern und auf eine natürliche Weise englisch sprechen zu „lernen“. (Ich denke Thomas hat das schon recht gut erklärt). Da wir sehr unternehmensfreudig und zudem noch äußerst kommunikativ waren, hat es auch nicht lang gedauert, bis wir viele Bekannte und auch einige Freunde gefunden haben, mit denen wir diverse Wochenendabende in Pubs und Clubs verbringen konnten.

Beruflich, muss ich gestehen, war das Praktikum alles andere als optimal. Ich sollte Aufgaben aus dem Bereich Marketing übernehmen. Was ich zu Beginn nicht wusste, die Marketing“abteilung“ bestand bei Rainbow Telecom aus einer Studentin, die ganze 1 1/2 Tage die Woche arbeitete. Das war’s. Es sah dann nach der Erstellung des SEO-Konzepts sowie der SEO-„Schulungen“ für Marketing und Geschäftsführung die letzten 5 Wochen ziemlich schlecht für mich aus, da die Marketingkraft vermutlich Ihre gesamte Arbeitszeit damit beschäftigt war, Ihre Mails der letzten Woche abzuarbeiten. Ich wurde dann nur noch mit fragwürdigen Kontaktrecherchen und Vertragserfassungen im System beschäftigt.

Allerdings habe ich in der Zeit bei RT trotzdem so Einiges gelernt, wie zum Beispiel, dass die Arbeitsweise deutscher Unternehmen -sofern ich das beurteilen kann- doch schon um Einiges professioneller und organisierter wirkt. Bei RT (dem FÜHRENDEN Telekommunikationsanbieter im Businesssektor) hatte ich das Gefühl, dass man alles „irgendwie“ gemacht hat .. Hauptsache am Ende kommt etwas Brauchbares bei raus. Das war schon interessant zu erleben, zumal das Unternehmen damit nicht gerade unerfolgreich zu sein scheint. Ich denke, auch gerade wegen dieser „anderen Art“ zu arbeiten, waren die Kollegen doch schon sehr beeindruckt, als sie meine für irische Verhältnisse strukturierte Arbeitsweise und sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeit sahen. Nicht ohne Grund wurde ich von meinem Chef das eine oder andere Mal als Superman bezeichnet 😀

Solche Erlebnisse machen einem bewusst, dass man das, was man kennt, nicht unbedingt als Maßstab oder Standard betrachten sollte. Es gibt eben auch Orte, wo einfach alles anders ist, doch schlecht ist es deshalb noch lange nicht.

Generell habe ich gelernt, dass es auch unterschiedliche Lebensweisen und vor allem -ansichten gibt und dass das Leben noch viel mehr zu bieten hat, als man vorher vielleicht dachte.

Das Praktikum hat mir diesbezüglich ein bisschen die Augen geöffnet. Auch stellte ich fest, dass ich es allgemein eigentlich sehr gut habe.. klar, jeder hat so sein Päckchen zu tragen, aber eigentlich ist meins noch ziemlich handlich. Ich sollte aufhören, mich immer erstmal zu beschweren, denn es gibt Leute, die mit schlimmeren Sachen zu kämpfen haben.

Außerdem nehme ich aus dem Praktikum mit, dass man sowohl privat als auch beruflich manchmal über die regionalen Grenzen hinaus schauen sollte. So hätte ich vorher wahrscheinlich nie auch nur daran gedacht, die deutsche Hauptstadt geschweige denn das Land längerfristig zu verlassen. Heute ist das gar nicht mehr so abwegig, denn das Meistern der kleinen und großen Herausforderungen, die so ein Leben im Ausland mit sich bringt, hat mir persönlich einfach unheimlich viel Spaß gemacht.

So, da ich nicht weiß, was ich noch schreiben soll, möchte ich mich An dieser Stelle bei allen, die am Ermöglichen des Praktikums beteiligt waren, bedanken. Es war wirklich eine sehr außergewöhnliche Zeit, in der ich viel gelernt habe. Ich nehme durchweg positive Erinnerungen und Erfahrungen mit und bin gespannt darauf, zu sehen, wie sich diese Zeit noch nachträglich auf meine zukünftige Entwicklung auswirken wird. Denn ich denke zwar, dass 8 Wochen einach zu kurz sind, um grundlegende Veränderungen und Entwicklungen an der eigenen Person feststellen zu können, aber es gibt definitiv neue Weichen, die nun gestellt werden müssen.

8 Wochen Belfast – ein Rückblick

Nun sind wir also schon seit fast einer Woche wieder zurück in heimischen Gefilden und so langsam kehrt wieder der Normalbetrieb ein. Nach einer kurzen Kreativpause geht es nächste Woche schon wieder zur Arbeit und auch Zuhause habe ich mich schon längst wieder eingelebt.

Dabei stehen natürlich einige Fragen im Raum: Ist jetzt wirklich alles wieder wie vorher? Hat man dem Auslandspraktikum etwas abgewinnen können und wenn ja, was?

Zu allererst ist zu sagen, dass viele der Auslandsfahrer nicht nur das erste mal für längere Zeit im Ausland unterwegs waren, sondern auch zum ersten Mal wirklich auf eigenen Füßen standen. Arbeiten, kochen, putzen und zwischendurch möchte man natürlich auch noch ein wenig Spaß haben. Für mich persönlich war das jetzt nicht unbedingt etwas Neues, allerdings fand ich mich selbstredend auch in einer ganz neuen SItuation wieder.

Mit 9 anderen Leuten in einem Haus zu wohnen, ist schon eine Erfahrung für sich. Plötzlich gibt es viel mehr zu beachten als in meinem 2-Personen-Haushalt in Deutschland. Habe ich mein Geschirr nach dem Kochen abgewaschen, damit der Nächste nicht mit dreckigen Pfannen braten muss? Wann wasche ich am besten meine Wäsche, um noch etwas Platz auf den sonst überfüllten Wäscheständern zu ergattern? Wie bringe ich meinen gesamten Einkauf im Kühlschrank unter, ohne die anderen damit zu behindern? Wie teilt man sich die morgendliche Zeit im Bad, ohne zu spät zur Arbeit zu kommen?

Auch zum Thema Arbeit gibt es von meiner Seite aus einiges zu sagen. Neben dem Projekt, was ich in meiner Zeit in Belfast betreut habe, sind es vor allem die nebensächlichen Dinge, die einem in Erinnerung bleiben werden, wie zum Beispiel die vielen interessanten Gespräche über das Leben in Nordirland während der Mittagspause oder Fachsimpeleien über Musik, Filme und Bücher mit meinem Mentor Marcus. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mich bei Sport NI wirklich sehr geschätzt gefühlt habe und schon nach wenigen Wochen eher wie ein vollwertiger Kollege als wie ein Praktikant behandelt wurde. Mir wurde auch von mehreren Seiten angeboten, längerfristig für den Betrieb zu arbeiten, ich habe aber vorsorglich ausgeschlagen, um Konflikte mit meinem Ausbildungsbtrieb sowie mit meiner Familie und meinen Freunden zu vermeiden. =)

Der gesamte Aufenthalt hat auch einiges zu meinen Englischkenntnissen bei getragen. Es ist mir zwar vorher schon nicht schwer gefallen, mich im Englischen auszudrücken oder anderen zuzuhören, allerdings fühlt es sich nach 8 Wochen nicht mehr so unnatürlich an, in einer fremden Sprache zu reden. Um genau zu sein, finden sogar einige Gedanken auf englisch statt und man hört auf, sich jede gehörte Phrase zuerst im Kopf selbst übersetzen zu müssen, bevor man reagieren kann.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass Belfast eine Flut an neuen Dingen und Erfahrungen für mich war. Das hilft einem nicht nur dabei, sich mit anderen Lebensweisen und Ansichten auseinander zu setzen und vielleicht etwas Gutes davon für sich selbst mit zu nehmen oder zu sehen, wie es ist, auf sich selbst gestellt zu sein. Vor allem hat es mir geholfen, für einige Zeit aus dem deutschen Alltag heraus zu kommen und somit mal die Gelegenheit zu haben, sich selbst weiter zu entwickeln. Es ist natürlich nicht so, dass ich als komplett anderer Mensch wieder zurück komme, da ich denke, dass so etwas wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die 8 Wochen, die uns zur Verfügung standen. Allerdings war es genug Zeit, um ein paar Dinge anzustoßen, um einen Grundstein zu legen und sich überhaupt erst einmal der vielen Möglichkeiten bewusst zu werden, wie man sein Leben sonst noch leben kann.

Am Ende des Praktikums stehen somit viele neue Erfahrungen, viele neue Freundschaften, viele gute Erinnerungen, ein paar neue Perspektiven und last, but not least das gute Gefühl, trotz der tollen Zeit, endlich wieder Zuhause zu sein.

Danke Belfast!

Viel Arbeit und so wenig Zeit

Der letzte Beitrag von mir ist schon eine Weile her und deshalb ist es mal wieder an der Zeit für ein kleines Update:

Mittlerweile sind wir alle schon über sechs Wochen hier und wie ich schon beim letzten Mal geschrieben habe, wird es langsam schwer, Themen für unseren Blog zu finden, über die wir nicht schon lang und breit berichtet haben. Allerdings gibt es ja außer dem Sightseeing, den abendlichen Besuchen in verschiedensten Pubs und den alltäglichen Ereignissen hier im Haus auch noch die liebe Arbeit, die sich bei mir zum Glück etwas spannender darstellt, als bei den meisten anderen Auslandspraktikanten.

Ich hatte ja schon am Anfang unseres Aufenthaltes in Belfast erwähnt, dass meine Hauptaufgabe die Gestaltung einer Webseite für meinen Praktikumsbetrieb Sport Northern Ireland sein wird. Inhalt dieser Webseite sollten einige herausragende nordirische Sportler sein, welche natürlich sinngemäß auch zum Klientel von Sport NI gehören bzw. gehört haben, bevor sie ihre Karriere beendet haben.

Nun, zwei Wochen vor Ende des Praktikums, hat die Webseite endlich einen vorzeigbaren Zustand angenommen. Die Struktur, das Design und die Inhalte stehen bereits fest und wurden von mir so umgesetzt, wie mein Mentor Marcus es mir vorgegeben hatte. Hierzu ist zu sagen, dass dieselbe Webseite vor meinem Aufenthalt schon einmal von einer Webdesign-Agentur erstellt und an Sport NI übergeben wurde. Was die armen Leute in meiner Firma allerdings nicht wussten oder anscheinend vergessen hatten, war, dass ein Joomla-Content-Management-System ohne die dazugehörige Datenbank ungefähr so nützlich ist, wie ein Glas Guiness ohne Inhalt.

Daher habe ich mich der Aufgabe angenommen, diese Datenbank von Grund auf nachzubilden, inklusive aller Artikel, Medien und sonstiger Inhalte. Somit habe ich mich in den letzten Wochen nicht nur mit dem Aufpolieren meiner Englisch-Kenntnisse, sondern darüber hinaus auch viel mit HTML/CSS, PHP, Javascript und anderen lustigen Spielereien beschäftigt.
Zum Verständnis für alle Nicht-Techniker: Das kostet eine Menge Zeit und Nerven! =)

Immerhin scheinen die Kollegen bei Sport NI mittlerweile sehr glücklich zu sein, dass sie sich aus dem großen Topf möglicher Praktikanten genau den ausgesucht haben, der glücklicherweise bei einem größerem Webhoster (hust..Strato AG..husthust) ausgebildet wird und somit naturgemäß einige grundlegende Kenntnisse mitbringt, die sich nun als sehr nützlich erweisen.

So bin ich, abgesehen von der Webseite, die ich gerade erstelle, noch in einige weitere Projekte involviert:

Da wäre zum einen eine Community-Webseite für die Kunden von Sport NI, die mich auf den ersten Blick doch erstaunlich an Facebook und andere Social Networks erinnert hat. Auch diese Seite wurde von Webdesignern erstellt, weißt aber noch einige unschöne Fehler und Ungereimtheiten im Grundkonzept auf. Mittlerweile werde ich regelmäßig zu den Konzeptmeetings eingeladen, da die Kollegen meine Ideen und Kenntnisse von Joomla anscheinend sehr zu schätzen wissen.

Außerdem verwaltet Sport NI die Homepages verschiedener Zweigstellen in Tollymore und anderen Örtlichkeiten, die allerdings dringend eine Generalüberholung in Sachen Suchmaschinenoptimierung brauchen, sodass ich gebeten wurde, die verantwortlichen Leute in die Grundlagen von SEO / SEM einzuweisen.

Außer diesen größeren Aufgaben fallen natürlich auch viele kleine Sachen an und ich bin mir momentan nicht ganz sicher, ob Marcus sich damit abgefunden hat, dass ich in weniger als zwei Wochen leider nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Das letzte was ich von ihm in diesem Zusammenhang gehört habe, war, dass Sport NI kurz nach meiner Abreise die Einstellung von drei (!) neuen Praktikanten geplant hat, welche sowohl meine Projekte fortführen werden, als auch neue Aufgaben, wie die Entwicklung einer Sport NI-App in die Hand nehmen werden.

Es scheint also, als hätte ich bei meinem Praktikumsbetrieb ebenso einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie sie auch ihn bei mir hinterlassen haben.

Zum Abschluss habe ich hier noch mal ein paar Screenshots der Sport NI-Hall-of-Fame-Webseite gepostet, sodass ihr euch auch mal einen Eindruck davon machen könnt, womit ich mir hier in Belfast den Tag vertreibe.

Ein Samstag an der Nordküste

Ja, aaeeh, Hallo erstmal …

..  fuer den Fall, dass es hier noch den einen oder anderen regelmaessigen Leser gibt, muss ich mich  vorab entschuldigen. Ich habe zwar letzte Mal angekuendigt, Fotos von lustigen Warnhinweisen zu zeigen, allerdings musste ich feststellen, dass die Fotos, anders als die Warnhinweise, leider gar nicht existieren.

Dafuer berichte ich jetzt einfach mal von unserem Wochenende. Wir haben es naemlich, nachdem wir schon seit unserer Ankunft darueber sprechen,  endlich mal geschafft, an einer ganztaegigen Bustour entlang der Nordkueste Irlands teilzunehmen.

Wir sollten morgens um 9:30 Uhr von unserem Haus abgeholt werden. Eigentlich sind die Leute hier alles andere als puenktlich, aber dieses Mal kamen Sie so frueh, dass ich quasi aus der Dusche direkt in den Bus springen musste. Leider habe ich meine Sonnenbrille deshalb vergessen, was meinen durch die letzte Nacht noch etwas sonnenempfindlichen Augen gar nicht so gefallen hat 😀

Nun gut .. gings also ohne Sonnenbrille los. Die Bustour war so aufgebaut, dass ueber den ganzen Tag verteilt 4-5 verschiedene Orte angesteuert wurden, an denen wir uns fuer eine vorher festgelegte Zeit aufhalten durften. Zwischendurch wurden uns von einem mal mehr mal weniger lustigen Busfahrer Fakten bezueglich des derzeiten Aufenthaltsortes und der durchfahrenen Oertlichkeiten erzaehlt. Wer nicht zuhoeren wollte, konnte sich entweder die Nordkueste anschauen, oder schlafen. (An dieser Stelle schoene Gruesse an unseren Mitbewohner Lukas :p)

Unser erstes Ziel war Carrickfergus. Eine kleine Stadt, in der Palmen (!!!) wachsen. Highlight des Ortes waren, Twitterfollower duerften es wissen, aber nicht die Palmen, sondern ganz klar … DIE HAEUSER DER POWER RANGERS 😀

Naechster halt: Ballycastle (glaub ich) .. Highlight: Die Rope Bridge …

Die Rope Bridge ist – die Englischkundigen erahnen es sicher – eine Seilbruecke… ^^

… das Besondere an der Bruecke ist, dass sie ueber eine 20 Meter lange und 30 Meter tiefe “Schlucht” zur sogenannten Carrick-a-Rede Insel fuehrt.

Wenn man vor der Bruecke steht, sieht sie nicht mehr so spektakulaer aus wie auf dem Foto. Das haben auch die Nordiren gemerkt, weshalb die 5,60 Pfund teueren Tickets zum Rueberlaufen auch schon einen Kilometer vor der Bruecke gekauft werden muessen 😀 Hat sich aber trotzdem gelohnt, wie ich finde.

Weiter gings…

naechster Halt: Eine Whisky Distillerie .. Highlight: was wohl? Sicher nicht der Parkplatz ^^

Wir hatten leider nur kurz Zeit, um im Souveniershop einzukaufen, bevor es dann auch schon weiterging.

Wenn mich nicht alles taeuscht, kamen wir dann auch schon am letzen Ziel an: Dem Giant’s Causeway. Der Einfachheit halber zitiere ich hier mal eben den entsprechenden Wikipedia Artikel:

“Die UNESCO zählt den Giant’s Causeway zum Weltnaturerbe. Er besteht aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die ein Alter von etwa 60 Millionen Jahren aufweisen. Etwa die Hälfte der Säulen haben einen sechseckigen Querschnitt, es treten jedoch auch solche mit vier, fünf, sieben oder acht Ecken auf. Die größten der Steinsäulen erreichen eine Höhe von bis zu zwölf Metern, die Gesteinsschicht hat an manchen Stellen eine Stärke von bis zu fünfundzwanzig Metern. Der Giant’s Causeway führt etwa fünf Kilometer entlang der Klippen und endet im Meer.”

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Giant%E2%80%99s_Causeway

Ja, auf besagten Steinen sind wir dann auch eine ganze Weile herumspaziert, haben Fotos gemacht und wurden beinehahe von einer fiesen Welle erfasst, bevor wir es uns dann im naheliegenden Pub “The Nook” gemuetlich gemacht haben.

Das wars dann auch schon … klingt spannend, oder? 😀 Im Ernst, eine wirklich gute Tour, die angeblich auch zu einer der besten Bustouren der Welt ausgezeichnet wurde. Sie ist in jedem Fall sehr empfehlenswert.

So, um noch mal auf den Anfang zurueckzukommen. Ich habe tatsaechlich doch noch zwei ganz coole Warnhinweis gefunden .. der eine haengt bei mir auf Arbeit auf dem Klo (man beachte das rechte untere Bild auf dem Foto) und der andere stammt von Tesco, dem Supermarkt unseres Vertrauens. … Also dann, bis zum naechsten Mal.

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Bergfest!

Freitag war es nun soweit: Die erste Hälfte des Auslandspraktikums lag bereits hinter uns und es ist jetzt an der Zeit, die vier Wochen, die wir hier verbracht haben, kurz zu resümieren.

Als erstes sei gesagt, dass sich die Zeit hier nicht wie vier Wochen, sondern eher wie vier Monate angefühlt haben. Das ist nicht negativ gemeint, viel mehr ist es so, dass wir uns mittlerweile sehr an Belfast gewöhnt haben. Man weiß, wo man am Wochenende feiern gehen kann, kennt die Abfahrtszeiten des Busses zur Arbeit auswendig, hat bereits Bekanntschaften mit einigen Studenten der nahe gelegenen Queen’s University geschlossen und ebenso steht der Supermarkt unserer Wahl natürlich schon lange fest.

Auch unsere Beziehung zu den Spaniern im Haus scheint sich langsam, aber sicher aufzuwärmen, nachdem sich die meisten am Anfang doch relativ distanziert verhalten haben. Man spricht ab, was den Tag über so zu erledigen ist, wie es auf der Arbeit war und geht auch hin und wieder zusammen weg. Schon bemerkenswert, wie viel leichter der interkulturelle Austausch nach ein bis zwei gemeinsamen feuchtfröhlichen Abenden in der heimischen Küche doch fällt.

Allerdings wird es natürlich immer schwerer, interessante Themen für unseren Blog zu finden, da wir unsere (hoffentlich sehr fleißigen) Leser natürlich nicht mit sich ständig wiederholenden Erkenntnissen langweilen möchten. Man hat sich an die Belfaster Kuriositäten gewöhnt, das betrifft nicht nur die Freizeit, sondern auch das Arbeitsleben.

Der Alltag kehrt ein, man kennt die Kollegen, man kennt seine Aufgaben, man kennt die Abläufe. Bis auf die Tatsache, dass ich (nur) der Praktikant bei Sport NI bin, fühle ich mich inzwischen doch schon als Teil der Firma. Mittlerweile habe ich mir auch den einen oder anderen Namen der Kollegen gemerkt, auch wenn es immer noch vorkommt, dass ich von Leuten auf dem Gang namentlich gegrüßt werde, die ich vorher noch nie gesehen habe. Die Hall of Fame-Webseite, über die ich wahrscheinlich schon am Anfang des Praktikums geschrieben habe, nimmt so langsam Gestalt an, auch wenn es noch ein weiter Weg ist, bis sie tatsächlich publikationsreif ist. Was soll ich sagen, ich bin nun mal kein Webdesigner, aber ich befinde mich gefühltermaßen auf halbem Weg dahin. =)

Natürlich gibt es so einige Dinge, an die ich mich hier wahrscheinlich nie gewöhnen würde. Dazu gehört in jeden Fall der Linksverkehr (Wer zur Hölle hat das erdacht?), die horrenden Preise für Tabak, Alkohol und Lebensmittel im Allgemeinen sowie einige Einmaligkeiten in Belfast, die Kevin bereits in seinem letzten Artikel erwähnt hat.

Man denkt selbstredend auch hier und da an die Familie, die Freunde und die Kollegen in der guten alten Heimat und wünscht sich, es sich mal wieder für ein paar Stunden auf der eigenen Couch bequem machen zu können oder vielleicht auch einfach mal wieder einen Moment für sich selbst zu haben, was in einem 10-Mann-Haushalt logischerweise ziemlich selten vorkommt.

Alles in allem komme ich aber zu dem Schluss, dass die ersten vier Wochen sehr erlebnisreich waren und es sich auf jeden Fall gelohnt hat, hier her zu kommen. Nicht nur um die eigenen Englischkenntnisse aufzupolieren oder um zu lernen, wie man damit zurecht kommt, auf sich allein gestellt in einem fremden Land zu leben, sondern auch, um sich persönlich etwas weiter zu entwickeln und einige Angewohnheiten und Eigenarten abzulegen, die man an sich selbst im deutschen Alltag schon längst akzeptiert hatte.

Wir sind also alle gespannt, was die zweiten vier Wochen hier in Belfast für uns bereit halten und werden euch natürlich weiterhin darüber auf dem laufenden halten. In diesem Sinne ein freundliches „Cheers!“ an alle Zurückgelassenen und bis zum nächsten Mal.

Beitrag fertig – jetzt erstmal nen Kaffee…

Nun, mein letzter Beitrag ist schon wieder einige Tage her und es wird Zeit fuer neuen Stoff. Allerdings gibt es gar nicht mehr so viel zu erzaehlen. Der Alltag kehrt langsam ein, die Nachmittage nutzen wir meist fuer Einkaeufe beim nahegelegenen Tesco Supermarkt – selten geht’s auch mal in die City. Was soll man auch gross machen, um 17:30 Uhr zu Hause, eine Stunde mit der Zubereitung und dem Verzehr von Essen beschaeftigt, anschliessend Hausarbeiten oder der Kontakt in die Heimat … danach ist die Auswahl an moeglichen Unternehmungen auch begrenzt.

Die Wochenenden verbringen wir wie es sich gehoert mit Ausschlafen, Shoppen, Feiern, Kultur und Fitnessstudio, aber davon habt Ihr sicherlich erstmal genug gehoert bzw. gelesen.

Was neu ist, ist der Grad meiner Zufriedenheit mit meiner / unserer Firma – Diese sinkt naemlich derzeit ein gaaanz kleines bisschen. Man muss wissen, dass wir zu Dritt bei Rainbow arbeiten. Zwei angehende Systemelektroniker, deren Aufgabe es eigentlich ist, mit den Technikern zu den Kunden zu fahren und ich, ITSK-Azubi, der hier PR- und Marketing-bezogene Aufgaben bekommen soll(te).

Am Anfang sah auch alles noch gut aus. Erst die Aufgabe mit den 8000 Kontakten, dann das SEO Konzept fuer die Firmenhomepage. Die anderen beiden fuhren regelmaessig mit Technikern zu diversen Einsaetzen.

Diese Woche ist es eher so, dass nur ein Systemelektroniker wirklich jeden Tag rausfaehrt, der andere sitzt bei mir am Schreibtisch 😀 Es gibt zwar ab und zu richtige Aufgaben fuer uns, aber oft sitzen wir auch unbeschaeftigt hier, um darauf zu warten, dass die 8 Stunden vorbei sind. Problematisch ist dabei, dass sich die Produktivitaet in Ansaetzen reziprok proportional zu unserem Koffeinkonsum verhaelt. Zur Veranschaulichung das Verhaeltnis zwischen tatsaechlicher Arbeitszeit und Kaffeekonsum in einer grafischen Darstellung 😀 :

Ok, Spass bei Seite.^^

Unser Betreuer und Ansprechpartner ist leider noch im Urlaub, kommt aber bald wieder, dann werden wir ihn mal freundlich darauf ansprechen, dass wir gern was tun wuerden… ich denke er kann uns da helfen. 🙂

So, genug von der Arbeit. Um die Stimmung zum Wochenende wieder etwas anzuheben, hier eine kleine Liste an Erkenntnissen, die man hier so mit der Zeit erhaelt:

  • Die Foehne auf oeffentlichen Toiletten trocknen die Haende tatsaechlich
  • In Belfast gibt es Menschen, die unsere VOLLEN Muelltonnen klauen
  • Betrunkene Menschen klopfen ans Kuechenfenster, um nach Zigaretten zu fragen
  • Auf den Toiletten von Clubs und Bars nisten sich nachts Afrikaner ein, die Papierhandtuecher reichen und Parfuemspritzer sowie Lollies und Kaugummies verkaufen (das Konzept finde ich uebrigens super ^^)
  • Es gibt keinen Filterkaffee
  • Taxifahrer erzaehlen interessante!! Sachen (inklusive FSK18 Content ^^)
  • Anders als in Deutschland, geben sich hier Maedchen gnadenlos die Kante, waehrend die maennliche Fraktion kontrolliert das eine oder andere Bier geniesst
  • Frittierte Marsriegel sind ein Geruecht (zumindest in Nordirland)
  • Fish and Chips MUSS man nicht gegessen haben (ebenso auf NI bezogen)

So, das wars erstmal. Beim naechsten Mal werde ich Euch anhand einiger Fotos zeigen, wie die nordirische Bevoelkerung getreu dem Motto „Warne oder Lande vor Gericht“ alles und jeden mit teils recht amuesanten Warnhinweisen zukleistert.

Lass uns doch einfach zu Hause bleiben…

…ist wahrscheinlich eine der klügeren Entscheidungen, die man hier in Belfast am gestrigen „Orange Day“ treffen konnte. Zur Information: „Orange Day“ bezieht sich auf die Farbe, mit der britische Protestanten in Nordirland ihre Religionszugehörigkeit zum Besten geben, weswegen uns auch vor der Reise eindringlich dazu geraten wurde, selbige Farbe bei unseren Outfits zu vermeiden.

Der nordirische Feiertag selbst gibt den Einwohnern Nordirlands jedes Jahr die Gelegenheit, dem endgültigen Sieg Wilhelms von Oranien gegen die irischen Katholiken vor über 300 Jahren zu gedenken. Was sich in diesem Artikel eigentlich nach einer schönen, friedlichen Sache anhört, sieht in der Realität allerdings ganz anders aus.

Um uns selbst einen Eindruck zu verschaffen, haben wir gestern morgen den Parademarsch besucht, der jährlich zum „Orange Day“ durch die gesamte Stadt zieht. Zugegeben, am Morgen wirkt die gesamte Stadt bis auf die Route des Umzuges, an denen sich schon relativ früh einige angetrunkene Einwohner sammeln, um ausgiebig zu feiern, eigentlich noch sehr normal.

Der Marsch besteht aus unglaublich vielen Vereinigungen, hier in Belfast so genannten L.O.L’s, welche nacheinander durch die gesamte Stadt ziehen und dabei eigentlich eine sehr angenehme Stimmung verbreiten. Wenn ich unglaublich viele Vereinigungen sage, meine ich damit, dass wir uns für circa 2 Stunden an den Strassenrand gestellt haben, um uns die pausenlos vorbeimarschierenden und teils auch musizierenden L.O.L’s zu Gemüte zu führen.

So weit, so gut. Wie es natürlich immer an Feiertagen ist, stellten wir am Nachmittag fest, dass uns noch einige Lebensmittel für den morgigen Tag fehlten und so machten wir uns etwa um 16:00 auf den Weg in die Innenstadt, um einen Supermarkt zu finden, der um diese Zeit noch geöffnet hat. Um Zeit zu sparen, bestellten wir ein Taxi und kamen auch innerhalb von zehn Minuten im Zentrum an. Als wir nach einer weiteren Stunde glücklicherweise alle Besorgungen erledigt hatten, liefen wir auf derselben Strecke zurück, die wir auch auf dem Hinweg genommen hatten. Die Belfaster Innenstadt hatte sich in diesen 60 Minuten allerdings in einen Hexenkessel verwandelt: An eine Durchfahrt mit dem Auto war nicht mehr zu denken, da sich sämtliche Hauptstraßen mit feiernden Protestanten gefüllt hatten. Immerhin konnten wir uns zu Fuß doch noch in unser Viertel „vorkämpfen“.

Man merkte am frühen Abend allerdings schon, dass viele Einwohner schon ordentlich über den Durst getrunken hatten und sich nun auch einige relativ aggressive Passanten auf der Straße tummelten. So wurde unser freundliches „Nein.“ auf die Frage nach drei Zigaretten mit einem ungläubigem „Are they fucking with us?“ und dem darauf folgendem (missglückten) Wurf eines Kieselsteins nach uns quittiert.

Nachdem wir alle wieder heil zu Hause angekommen sind, entschieden wir uns also, den restlichen Abend gemütlich in den heimischen vier Wänden zu verbringen. Lediglich ein paar der Spanier wollten noch nach einem Pub in der Nähe Ausschau halten, kehrten aber wieder um, nachdem auf der Straße schon vereinzelt Flaschen geworfen wurden.

So endete also der „Orange Day“ noch relativ friedlich für uns. Für alle, die am Abend jedoch immer noch auf der Straße, und insbesondere im Zentrum, zugegen waren, mag folgender Artikel vom Focus Online Magazin den eigenen Eindrücken vielleicht eher entsprechen:

„Bei den seit zwei Nächten tobenden Ausschreitungen zwischen militanten Katholiken und Sicherheitskräften sind in Belfast 40 Polizisten verletzt worden. Das teilte der stellvertretende Polizeipräsident Alistair Finlay am Mittwoch mit. Anlass der Ausschreitungen war der am Dienstag von nordirischen Protestanten mit Umzügen begangene Feiertag „Der Zwölfte,“ an dem sie des Siegs über die irischen Katholiken bei der Schlacht von Boyne am 12. Juli 1690 gedenken.

[…]

Brennpunkt war das im Norden Belfasts gelegene Viertel Ardoyne, wo gewaltbereite Teenager die Sicherheitskräfte fünf Stunden lang mit Molotowcocktails, Pflastersteinen, Holzbrettern und gestohlenen Möbelstücken bewarfen. Sechzehn Beamte wurden dabei verletzt, darunter einer, der nach einem Angriff von Kopf bis Fuß in Flammen stand. Dieser habe jedoch dank eines großflächig aufgetragenes Flammschutzmittel nur leichte Verbrennungen davon getragen, erklärte Finlay.“

(Quelle: http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/nordirland-kein-ende-der-blutigen-ausschreitungen_aid_645584.html)

Zum Abschluss hier noch ein paar Bilder der Parade, die wir am gestrigen Morgen besucht haben:

Kultur vs. Natur vs. Carlsberg

Ein weiteres Wochenende ist an uns wie im Fluge vorbeigezogen – für einige zumindest: Denn Sascha, Jens und ich haben heute im Rahmen der Bank Holidays frei (ebenso morgen und am Mittwoch), alle anderen sitzen jetzt mehr oder weniger fleißig auf Arbeit. Dank dieser neugewonnenen Freizeit und dem Fakt, dass die anderen beiden immer bis Mittags schlafen, kann ich Euch nun mal ausführlich von unserem Wochenende berichten.

Das Wochenende war .. ja, was soll ich sagen … abwechslungsreich. Ich würde sagen, es stand unter dem Motto Kultur vs. Natur vs. Carlsberg.

Alles begann am Freitag Nachmittag. Nach der Arbeit trafen wir uns alle voller Vorfreude auf das Wochenende in unserem Schloss. (Ich weiß, am Anfang war es noch ein Haus und dann eine Villa, aber irgendwie müssen wir uns ja steigern^^)

Da wir wenig Lust hatten, uns darüber zu einigen, wo wir hingehen wollen, gingen wir mal wieder ins Laverys. Ein Pub mit Partystimmung, welches sich langsam aber sicher zu unserer Stammlokalität zu entwickeln scheint.

Dort angekommen, stieß ich auf das erste länderabhängige Problem in Nordirland: Während es in Deutschland meines Wissens normal ist, einen Pullover über ein Hemd zu tragen, gilt man in Belfast mit selbigem Outfit als schwul. So musste ich mir also an diesem Abend die eine oder andere „Anmache“ vom selben Geschlecht gefallen lassen, bis ich dahinter stieg und meinen Pullover auszog. Lieber frieren als ungewollt von Männern angetanzt zu werden. 😀 (Übrigens macht man die Situation nicht unbedingt besser, wenn man erzählt, man arbeite bei RAINBOW Telecom ^^)

Also fürs nächste Mal merken oder besser noch aufschreiben: Kein Pullover über Hemd. Schriftgröße: 42, Farbe: Rot, fett ….. noch fetter … geht nicht. Drei Ausrufezeichen … drucken … an den Kleiderschrank kleben … fertig.

So, nun konnte die Party also richtig losgehen. Aber nicht mit mir, dachte sich der Betreiber vom Laverys: Das Licht ging an, die Musik ging aus. Es war 1:30 Uhr. In diversen Belfaster Lokalen ist um diese Uhrzeit bedauerlicherweise bereits Schluss mit lustig. Wir gingen also raus und klauten den Leuten vor uns ihr Taxi, um uns dann gemütlich nach Hause chauffieren zu lassen.

Am Samstag planten wir, zur Abwechslung mal an der Kultur Belfasts teilzuhaben. Nicht immer nur lange schlafen, einkaufen und feiern. (Das haben wir trotzdem gemacht, aber pssst ^^)

Wir erinnerten uns an den Rat des Lehrers, der uns im Rahmen des Praktikums sprachlich vorbereitet hat und besuchten ein örtliches Stadion, um beim Gaelic Football zuzuschauen. Es spielte Antrim (da wohnen wir) gegen Carlow.

Gaelic Football ist eine Mischung aus .. ööhmmm ja .. wie erklärt man das am Besten? Vielleicht ist es besser, zu sagen was es nicht ist: Es ist kein Synchronschwimmen, kein Schach und kein Kunstfliegen. Ansonsten ist glaub ich alles dabei. Man spielt es mit Händen, Füßen und Fäusten^^

Beginnen wir mal bei den Toren. Die gibts, wie beim normalen Fußball. Zusätzlich kann man den Ball auch zwischen zwei vertikale Latten über das Tor schießen.

Zur Fortbewegung hat man den Ball entweder in der Hand oder dribbelt ihn mit den Füßen. Alle paar Schritte muss man mit ihm irgendetwas machen: Zum Beispiel passen. Das geschieht mit der Hand, was dann aussieht wie ein Aufschlag beim Volleyball, oder mit dem Fuß wie beim Fußball. Statt zu passen, kann man den Ball auch prellen, wie beim Basketball. Regel: Der Ball darf nicht zwei mal hintereinander geprellt werden. Ebenso kann man den Ball beim Rennen auf den Fuß fallen lassen und ihn dann wieder auffangen.

Zusätzlich ist der Einsatz körperlicher Gewalt erlaubt: Neben unzähligen Tackles sahen wir auch eine handfeste Schlägerei. Während dem gesamten Spiel musste der Sanitäter wahrscheinlich mehr rennen, als die Spieler selbst… amer Kerl.

Am Ende stand es dann 1:13 zu 2:09…. äääh ok, wer hat nun gewonnen? So richtig wussten wir das auch nicht. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal beim Internet bedanken, welches uns letztendlich aufgeklärt hat. Die vordere Zahl ist die Zahl der Tore (zählen dreifach) und die hintere Zahl steht für die Zahl der Treffer zwischen die Latten (zählen einfach). Antrim hat also gewonnen … klasse.

Für alle, die diese Spielart mal in Action erleben wollen, was sehr empfehlenswert ist, weil es wirklich Spaß macht, schauen am besten das Video:

Den Abend ließen wir dann im Rain Club „ausklingen“.

Am nächsten Morgen waren nur Kristian, Thomas, ich und die Spanier wach. Alle anderen erholten sich noch von der vorherigen Nacht 😉 .Die Spanier fragten uns, ob wir nicht mitkommen wollen, das Schloss Belfast anschauen und gemütlich draussen frühstücken.

Da war uns allerdings noch nicht klar, dass das gemütliche Essen auf dem Cavehill, einem fast 400 Meter hohen Berg stattfinden soll. Dauert nur 30 Minuten bis nach oben, hat man uns gesagt, und wir naiven Deutschen haben es auch noch geglaubt.

Denn da einige von uns die glorreiche Idee hatten, eine „Abkürzung“ zu nehmen, die uns über unbefestigte Wege, die teils so starke Steigungen hatten, dass man sie nur auf allen Vieren bewältigen kann, brauchten wir ganze 1 1/2 Stunden.

Vorbei an Klippen, Felsen, Steinen und Höhlen, wurden wir oben dann mit einer atemberaubenden Aussicht über das gesamte Belfast belohnt.

Erholt und hungrig machten wir uns nach etwa 1 1/2 Stunden fertig zum Abstieg. In Anbetracht der Tatsache, dass auf dem Berg ein Paar mit einem Neugeborenen saß,suchten wir nach einem einfacheren Weg, als den, den wir beim Aufstieg nutzten. Schnell gefunden, wurde der angenehm flache und befestigte Weg einigen schnell zu einfach und anspruchslos, sodass wir nach wenigen Minuten auf einem 20 Zentimeter breiten Trampelpfad per Luftlinie Richtung Heimat mitten durch den Belfaster Bergdschungel marschierten. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht.^^

Hier ein paar Fotos vom Ausflug:

So, nach einem bunten, spaßigen Wochenende und ca. 900 Wörtern möchte ich den Beitrag nun gern beenden, in der Hoffnung, dass irgendjemand bis zum Ende gelesen hat.^^

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal.

Ach bevor ich’s vergesse noch eine Kleinigkeit: Wer glaubt, die Siesta in Spanien sei ebenso stereotypisch wie die Humorfreiheit der Deutschen, der möge sich bitte folgendes Bild anschauen, welches ich ungefähr 10 Minuten nach unserer Ankunft auf der Berg“spitze“ geschossen habe. 😀

Ein Rundgang durch unser Haus

Ich habe Bildmaterial von unserem Haus versprochen und das bekommt ihr auch.
Allerdings dachten wir, eine Sammlung an Fotos wuerde die Dimensionen unserer „Villa“ nicht so gut rüberbringen, weshalb Mitbewohner Kristian und ich keine Mühe gescheut haben, um Euch einen kleinen Videorundgang praesentieren zu koennen.

Kurz zur Villa: Das Haus besteht aus 7 Schlafzimmern, vielen Stufen, 4 Baedern, diversen Toiletten, zwei Lounges und zwei Kuechen sowie einer Abstellkammer und einem kleinen Hinterhof. Der Hinterhof dient an sonnigen Tagen als Raucherbereich. Da sich eine Lounge und eine Kueche im oberen Stockwerk befinden und deshalb nahezu unbenutzt sind, haben wir etwas umstrukturiert und bspw. den Kuehlschrank 3 Stockwerke runter befoerdert.

Bevor der Rundgang nun endlich startet, noch ein kleiner Hinweis: Aus datenschutztechnischen Gründen und Aspekten der Privatsphäre wurden keine Schlafgemächer gefilmt :D.

Freestyle: Ein Bericht über alles, was mir während dem Schreiben so in den Kopf kommen wird

Wie die regelmäßigen Leser dieses Blogs vielleicht mitbekommen haben, habe ich zuletzt ausführlich von meinem ersten „Projekt“ berichtet. Dieses habe ich am Freitagmorgen erfolgreich mit dem Wissen abgeschlossen, dass ich immerhin etwas über die Dehnbarkeit diverser Begrifflichkeiten lernen konnte. :-p

Aber nun mal zum Anfang: Glücklicherweise war bereits der zweite Arbeitstag sehr viel spannender als der erste. Nachdem ich mich voller Freude auf die „restlichen“ 6500 Kontakte geschmissen habe, wurde ich vom Geschäftsführer Martin zu einem Gespräch abkommandiert. Begleitet wurden wir von einer blau-/schwarzhaarigen Kollegin.

Es ging in dem Gespräch darum, welche Kenntnisse ich im Bereich Marketing besitze. Ich gab einen kurzen Überblick der Tätigkeiten, die ich in STRATO’s Marketing-Teams ausgeführt habe. Besonders hellhörig wurden sie beim Thema Suchmaschinenoptimierung.

Zwar meinte ich, dass ich mich beruflich nur 3-4 Wochen damit beschäftigen durfte und das auch nur auf theoretischer Basis, aber es stellte sich schnell heraus, dass ich somit 3-4 Wochen mehr Erfahrung in diesem Bereich habe, als die Kollegen von Rainbow Telecom. 😀

Recht früh waren sich Martin und die Kollegin (leider kenne ich ihren Namen nicht und ich traue mich auch nicht, zu fragen, „wie die Blauhaarige heißt“ ^^) somit einig, dass wir uns gemeinsam auf das Thema stürzen werden. Frei nach dem Motto „Lieber ein bisschen SEO, als gar kein SEO“.

So erstellte ich also eigeninitiativ eine kleine Analyse, welche den aktuellen Stand der eigenen sowie der konkurrierenden Unternehmenspräsenzen beinhaltete (zumindest soweit es mir möglich war). Außerdem stachelte ich Martin dazu an, ein Analysetool à la Google Analytics und co. einzuführen. Was das angeht war er dann auch wirklich schnell, sodass mir heute die Zugangsdaten auf dem Tisch lagen. Ich bin gespannt, was die Statistiken der nächsten Zeit sagen werden.

… Soviel zur Arbeit…

Denn da Wochen auch in Belfast nicht nur aus Arbeitstagen bestehen, warteten wir schon  voller Vorfreude auf unser erstes vollständiges Wochenende in Belfast. Besonders nach dem kurzen Vorgeschmack, den wir am Abend nach unserer Ankunft erhielten.

Ohne jetzt im Detail auf jede einzelne Station unseres nächtlichen Treibens einzugehen, da es wirklcih viele waren: Das Wochenende war großartig. Nicht weil Belfast ein besonders vielfältiges Nachtleben hat – das wage ich nämlich zu bezweifeln – sondern vielmehr weil die Menschen hier einfach viel offener sind als in Deutschland. So wurden wir über die beiden Abende / Nächte / Morgen / Tage in verschiedenen Pubs, Clubs und Taxis von unzählig vielen Leuten angesprochen, die mitbekamen, dass wir Deutsche sind. Meist wurden wir mit einem „Guten Tag“, „Prost“ oder einmal auch mit einem „Rammstein“ begrüßt 😀 Es ergaben sich daraus viele interessante Gespräche über Locations in Belfast, die man unbedingt gesehen haben muss. Aber auch Kontakte für spätere Unternehmungen wurden geknüpft. Inwiefern diese brauchbar sind, wird sich noch zeigen, da der durchschnittliche Alkoholpegel in Belfast recht hoch zu liegen scheint. 🙂

Ein Highlight war auf jeden Fall der Boxkampf zwischen Klitschko und Haye.

Den haben wir typisch irisch in einem mehr als überfüllten Pub gesehen. Zu Beginn hatten wir ein bisschen Angst, dass wir allein unter hunderten Haye-Fans sitzen würden – schnell wurde aber klar, dass eher der betrunkene Haye-Fan neben uns nahezu allein unter enorm vielen Klitschko-Fans saß! 😀

Ansonsten gibt’s eigentlich nicht viel zu erzählen – nur, dass wir am Freitag in unsere eigentliche Unterkunft gezogen sind. Da Thomas darüber bereits berichtet hat, lasse ich das mal weitestgehend unkommentiert und kündige nur kurz an, dass es demnächst natürlich auch einiges an Bildmaterial zu sehen geben wird.

Bevor ich zum Ende komme noch eine kleine Erinnerung: Rechts auf unserer Seite seht Ihr Twitterfeeds von Thomas und mir – die Accounts haben wir eigens für das Praktikum angelegt, um Euch auch auf dem Laufenden zu halten, wenn das Erlebte es mal nicht in einen eigenen Artikel schafft.

Also ab und zu mal bei uns reinschauen, es lohnt sich immer.

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